Mobirise

Wir wünschen allen Besuchern unserer Website und allen Godderter Bürgerinnen und Bürgern 
ein gesundes, friedvolles und glückliches Jahr 2022!!!
 

Kollateralschäden beim Straßenausbau in Goddert?!

Den meisten ist der Begriff „Kollateralschaden“ (auch Randschaden oder Begleitschaden genannt) vermutlich schon einmal begegnet, wenn bei militärischen Aktionen beispielsweise über den Tod von Zivilpersonen oder die Zerstörung von zivilen Gebäuden berichtet wurde. Häufig wird er dann beschönigend verwendet, nach dem Motto: so etwas passiert halt, da kann man nichts machen. 
Wenn die Feuerwehr ein brennendes Haus löscht, darf man sich später schließlich auch nicht über den entstandenen Wasserschaden beschweren.
Als Kollateralschaden bezeichnet man im Alltag also unbeabsichtigte oder hingenommene „Nebenwirkungen“.


Kollateralschäden in diesem Sinne gibt es aber auch
beim Straßenausbau in Goddert:

Sei es, als beim Ausbau der Brunnenstraße im Jahr 2020 das Mauerwerk eines Hauses beschädigt wurde.  
Oder seien es die von vielen Anliegern nicht vorhergesehenen Kosten für den Anschluss an den neuen Abwasserkanal zusätzlich zu den WKB.
Für viele Hauseigentümer war es ein Schock, dass sie für die Verlegung von meist nur wenigen Metern Abwasseranschlussrohren schon mit einigen Tausend Euro „dabei waren“. 

Beim Ausbau der Karl-Albert-Straße sind es für einzelne Hauseigentümer mehr als 10.000 Euro, die für den Anschluss an den neuen Abwasserkanal zu zahlen sein werden.
Das kommt sozusagen zu den Wiederkehrenden Beiträgen „oben drauf“.

Auch der erzwungene Rückschnitt oder Kahlschlag von Bäumen und Hecken fällt kostenmäßig auf die Hausbesitzer zurück.
Andere Kollateralschäden fallen auf die Gemeindekasse zurück. 

Aktuell kam es bei der Verlegung eines Starkstromkabels für die Energieversorgung Mittelrhein (EVM) zu einer Beschädigung von zwei Bäumen an der Selterser Straße. Die sollen jetzt auf Kosten der Gemeinde gefällt werden . 

Die zwei Birken haben jeweils einen Stammumfang von ca. 150 bzw. 180 cm, sie sind geschätzt 15 bis 20 Meter hoch und haben ein Alter von ca. 60 bis 70 Jahren. Sie stehen im Abstand von ca. 1 Meter von der Selterser Str. auf Gemeindegrund.

Mobirise

Am Donnerstag, den 16.12.2021, gab Ortsbürgermeister Aller in einer Gemeinderatssitzung unter Punkt „Verschiedenes“ dem Rat zur Kenntnis, dass es bei der Verlegung einer Starkstromleitung leider zu einer Beschädigung der Wurzeln der beiden Bäume gekommen sei.
Die Standsicherheit sei nicht mehr gewährleistet.
Er bat den Gemeinderat, ihn zu ermächtigen, bei zwei örtlichen Firmen ein Angebot für die Abholzung der beiden Bäume einzuholen, um sodann im Einvernehmen mit den Beigeordneten den entsprechenden Auftrag zu vergeben.
Die Gemeinde müsse hier nach seiner Einschätzung mit Kosten von ca. 1.000 Euro rechnen.

Auf Nachfrage eines Gemeinderatsmitglieds, wer denn für die Beschädigung der Bäume die Verantwortung trage und ob die Standsicherheit nicht von einem Experten zu prüfen sei und wer denn der Baufirma die Weisung erteilt habe, die Ausschachtung für das Kabel in derart unmittelbarer Nähe der Bäume vorzunehmen, gab es keine Antwort.
Auch die Nachfrage, ob es für den Fall, dass die Bäume tatsächlich so schwer beschädigt sind, dass sie geschlagen werden müssen, der Gemeinde evtl. auch ein Regressanspruch gegen den für die Beschädigung der Bäume Verantwortlichen zusteht blieb unbeantwortet.
Vielmehr wurde darauf verwiesen, dass die beiden Bäume ja sowieso spätestens beim Ausbau der Selterser Straße gefällt werden müssten.
Welche Ironie!

Der Gemeinderat stimmte dem Vorschlag des Ortsbürgermeisters zur Einholung der Angebote mehrheitlich zu.

Wie passt die mutwillige Zerstörung von gesunden Bäumen eigentlich zum groß angelegten Spendenaufruf der Stadt Selters mit dem Baumpflanzaktionen finanziert werden?

Quelle YouTube:
Mein Selters - Mein Wald - Mein Beitrag

Wiederbewaldung in Selters

Mobirise

Natürlich gibt es Anwohner, die schon seit längerem wegen der Beseitigung des Herbstlaubs und der Blütenstände die Fällung der Bäume gefordert haben.

Aber es gibt genauso viele Anwohner, die sich seit Jahren an den zwei stattlichen Bäumen erfreuen und die den ökologischen Nutzen der Bäume vor dem Hintergrund des Klimawandels erkannt haben.

Ein weiterer Kollateralschaden ist entlang des Godderter Wäldchens auf dem Weg nach Selters zu besichtigen.
Dort wird seit Beginn der aktuellen Baustelle der Straßenaushub gelagert.
Das sieht nicht nur schlimm aus und macht aus dem Weg zeitweise eine kaum noch passierbare Schlammwüste, sondern es kommt auch hier zu weiteren Umweltzerstörungen und zu langfristigen Beschädigungen des Waldes und zur Verdichtung der betroffenen Flächen.

Kollateralschaden? Das ist doch nur Natur! Da haben wir doch genug von!

Wollen wir Godderter uns diese Einstellung tatsächlich noch länger erlauben oder sollte besser auch bei uns Natur geschützt und für kommende Generationen erhalten werden?

In diesem Sinne: Kommen Sie gut und ohne Kollateralschäden ins neue Jahr und bleiben Sie gesund! 

Ihre Bürgerinitiative für sozialverträgliche WKB in Goddert.

© Copyright 2020 Michael Hoffmann - All Rights Reserved - Impressum